Mein Kopf ist leicht am drönen und jeder Schritt fühlt sich nach Leistungssport an. Ich frage mich zum wiederholten mal, warum ich Vollidiot das Angebot abgelehnt habe meinen Rucksack durch einen der Esel tragen zu lassen und kämpfe mich Stück für Stück den Berg hoch. Hier beim Trekken auf 4700m Höhe kommt man schnell außer Atem, schon das kurze Luft-Anhalten um etwas Wasser zu trinken lässt einen im Anschluss nach Sauerstoff schnappen. Die Anden sind hoch, und der Santa Cruz Trek entlang der Cordillera Blanca war als Herausforderung angekündigt.

Aussicht auf dem Santa Cruz Trek

Die Aussicht entschädigt einen für jegliche Anstrengung

Huaraz – eine Bergstadt als Ausgangspunkt der Erkundungen

Huaraz ist die Stadt in der die Touren in diesem Teil der Anden organisiert werden. Hier tummeln sich eine Menge Backpacker während sie sich aklimatisieren oder die nächste Tour planen. Viel los ist trotzdem nicht (der Eindruck kann auch an meinen leicht dösigen Zustand bei Ankunft auf 3000m liegen). Agenturen zur Organisation von Bergtouren gibt es hier auf jeden Fall genug und vom Dach des Hostels kann man schon mal Hochgebirgsluft schnuppern.

Sonnenuntergang über Huaraz, Peru

Huaraz, der Ausgangsort der Touren in diesem Teil der Anden

Der Santa Cruz Trek

Es ist der bekannteste Trek entlang der Cordillera Blanca der mich hierher geführt hat.
Ein paar Stunden mit dem Auto von Huaraz entfernt geht es los. Wir starten am frühen Nachmittag auf ca 3700m Höhe. Der erste Tag beginnt entspannt: nur ein paar Stunden wird gewandert und es geht kaum bergauf. Der zweite Tag hat es dafür in sich – Es geht rauf bis auf 4750m und gerade die letzten 200 Höhenmeter sind ein Kampf um Luft. Zum Glück haben wir grandioses Wetter und die ständig wechselnden Aussichten belohnen einen für alles.

Esel transportieren Ausrüstung in den Anden

Auf den organisierten Touren tragen Esel die Zelte, Schlafsäcke und Vorräte… – auf Wunsch auch das persönliche Gepäck.

Nach diesem höchsten Punkt des Treks geht es dann über die nächsten zwei Tage langsam wieder den Berg hinunter. Die Landschaften bleiben beeindruckend, die Nachtlager werden an Orten aufgeschlagen die ich mir zuvor nicht einmal hätte vorstellen können. …Wie soll man sich auch ein grünes Tal Vorstellen, welches von mehreren Gebirgsbächen durchflossen wird, menschenleer ist und von gleich drei weißen gletscherbedeckten Gipfeln gekrönt wird – von denen einer der „Paramount-Berg“ ist. (Jaaaa… den Berg aus dem Paramount-Logo gibt es wirklich!) Und Nachts beglückt uns ein klarer Sternenhimmel mit Milchstraße und allem drum und dran.

Zelte in einem Tal, umgeben von weißen Gipfeln.

Zeltplatz der zweiten Nacht.

Beleuchtetes Zelt mit Bergen und Sternen im Hintergrund

Die Berge im Mondschein

Die Stimmung in unserer 11-köpfigen Gruppe ist durchweg gut. Unsere Guide „lobt“ uns außer Atem als schnelle Gruppe und so können wir uns wiederholt auch längere Pausen gönnen. Neben der tollen Aussichten hat der Santa Cruz Trek auch einfach Spaß gemacht.

Trekking-Gruppe in den Anden

Die Gruppe. – Es fehlen die Köchin und der „Donkey-Driver“

Lila Blumen, bedeckt von Wassertropfen und Raureif

Morgens ist alles von gefrorenem Raureif bedeckt

Höhenkrankheit?

Ein ständiges Thema als Besucher der hohen Anden (und anderer Gebirge) ist die Höhe und die damit verbundenen Risiken. Ein bis zwei Tage aklimatisierung in Huaraz werden hier empfohlen (und am ersten Tag auf 3500m Höhe hätte ich ohnehin nichts anderes machen können als mich eingewöhnen) und auch danach ist der Trek auf 4750m Höhe eine Herausforderung. Ich hatte abgesehen von Kopfschmerzen in der einen Nacht zum Glück keine größeren Probleme (und auch die bin ich zum Glück mit einer Ibuprofen losgeworden) und führe das auf meinen langen Aufenthalt im Kolumbianischen Hochland zurück.

Weg zu einem gletscherbedeckten Berg

Der Weg zum Berg

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