Meine Beine werden offensichtlich gerade von Sandmücken aufgefressen. Die Sonne geht erst in 15 Minuten auf, doch es ist schon so warm und schwül, dass mein T-Shirt vom Schweiß durchnässt ist. Es ist 5:42 Uhr in der Wüste Tatacoa und ich bin seit mehr als einer Stunde unterwegs. Gestern Abend war es bewölkt, doch als ich heute Morgen (Nacht?) in meiner Hängematte aufwachte begrüßte mich ein strahlend-klarer Sternenhimmel. Es hat sich gelohnt: mein erstes Milchstraßen-Bild ist im Kasten (siehe unten). Und jetzt wird es nach und nach hell und alle paar Minuten ist die Wüste in ein anderes Licht getaucht.

Makaber aber wahr: das Desierto de la Tatacoa ist nach einer hiesigen Schlangenart benannt – die bloß inzwischen ausgestorben ist. – Herzlich willkommen im Desierto de la Tatacoa Muerta!

Desierto de la Tatacoa

Frühmorgens in der Wüste

Runde kugelkakteen mit Blüten in der Wüste Tatacoa

Die Vegetation entspricht dem Wüstenklischee. – Kakteen in den verschiedensten Größen

Der ideale Zwischenstopp auf dem Weg nach Bogotá

Die Wüste Tatacoa ist 40 km von der Stadt Neiva entfernt und bietet sich als Zwischenstopp auf der Rückreise aus Kolumbiens Süden nach Bogotá an. Ich bin nur eine Nacht hier geblieben da ich zum Wochenende zurück in Bogota sein wollte, doch auch dafür hat sich die Anreise voll gelohnt.

In der Wüste finden sich einige Unterkünfte die ein weitestgehend ähnliches Angebot haben: Hängematten, Zimmer, kolumbianisches Essen. Alles sehr Bodenständig aber auch angenehm günstig.

Anreise: San Agustin und Bogotá sind jeweils ca. 6-7 Stunden Fahrt entfernt und auch von Calí aus ist die Wüste gut zu erreichen. Die Fahrt mit dem Pickup vom Terminal in Neiva zur Wüste dauert ca. 1:10 h und kostet 15 000 Pesos.

Durch Wasser geschaffenen rote Landschaft in der Wüste Tatacoa, Kolumbien

Menschenleer wirkte die Wüste die ganze Zeit

Der ideale Ort zum Sternegucken

Ich hatte Glück mit dem Wetter. Abends war es leicht bewölkt und somit nicht zu heiß, und Nachts ist es aufgeklart, so dass mich am nächsten Morgen ein grandioser Sternenhimmel begrüßt hat – Und was für ein Sternenhimmel! Zufällig war Neumond und die Wüste ist allgemein dafür bekannt weitestgehend frei von Dunst und Licht-Smog zu sein.

Foto der Milchstraße bei Neumond in der Wüste Tatacoa

Die Milchstraße, morgens um 5:07 Uhr.

Erkundungstour durch die Wüste

Die fotogenen Teile der Wüste sind gut von der einen Autopiste zu erreichen und sind prinzipiell in einem 3-stündigen Spaziergang zu besuchen. Nach meinem Kurs in Salento war mir jedoch nach Reiten zumute, und auch das lässt sich hier ziemlich gut machen. Auf gut gehorchenden Pferden ging es also frühmorgens drei Stunden durch die Wüste. Oder eigentlich durch die „Wüsten“. Die Wüste von Tatacoa unterteilt sich nämlich in einen roten und einen grauen Teil. Beide bieten ihren eigenen spannenden Charme.

Reiterin im grauen Teil der Wüste Tatacoa

Silvia (mit der ich auch schon in San Agustin unterwegs war) im grauen Teil der Wüste

der graue Teil der Wüste Tatacoa in Kolumbien

Die graue Wüste

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