koloniales Gebäude in Cartagena de Indias

Großstadt-Feeling in der kolonialen Altstadt

Ich habe sie gefunden: die schönste Stadt meiner bisherigen Reise. Nein, nicht unbedingt die netteste, auch nicht die angenehmste (da sind die Temperaturen schuld), aber die hübschesten: Cartagena de Indias (oder kurz: Cartagena). Mit vielen kolonialen Gebäuden, einer großen Stadtmauer, einer Festung und direkt am Meer gelegen.

Cartagenas Altstadt

Bisher waren die Altstädte in Zentral- und Südamerika eher ernüchternd. Man merkt ihnen einfach an, dass sie maximal auf 500 Jahre Geschichte zurück blicken. Die alten Stadtviertel sind meist klein, in schlechtem Zustand und das Stadtbild wird durch neue hohe Gebäude durcheinandergebracht (auch wenn León und Granada in Nicaragua durchaus ihren Charme hatten).
Cartagena ist da anders. Mit ihrer großen kolonialen Altstadt braucht die Stadt den Vergleich mit großen Italienischen Altstädten nicht zu scheuen, und noch besser: neben dem hübsch restaurierten Teil der Stadt mit teuren Boutiquen und Restaurants, vielen vielen Touristen und ebenso vielen Souvenir-Verkäufern, gibt es einen recht großen Teil der Altstadt der deutlich weniger aufgehübscht und touristisch ist, und dadurch realer wirkt: Getsemani.

Straßenverkäuferin in Cartagena de Indias

Frühmorgens wartet diese Straßenverkäuferin auf die ersten Kunden

Hitze am Tag, lebhaft bei Nacht

Insgesamt ein Paradies zum Fotografieren. – Drei Tage habe ich in Endeffekt damit verbracht.
Wäre da bloß nicht die Hitze… An Kolumbiens Karibikküste ist es heiß. Das kurze kühle Intermezzo in Medellín ist da schnell wieder vergessen. Aber statt in der Mittagshitze durch die Stadt zu schwitzen bin hier ich morgens früh aufgestanden um bereits vor dem Frühstück eine ausgedehnte Fototour zu machen und habe dafür Mittags eine lange Siesta eingeschoben. Ich glaube die Einheimischen machen es genauso, denn so richtig zum Leben erwacht die Stadt erst zum Sonnenuntergang: dann füllen sich die öffentlichen Plätze, Kinder und Straßenkünstler beleben die Straßen und auch die Touristen erwachen aus ihrer Lethargie. Zumindest jene, die sich in der Mittagshitze nicht vollständig verausgabt haben.

Tipp: Cartagena ist ein guter Ort zum entspannen. Zwar ist hier vieles ein gutes Stück teurer als im Landesinneren, doch mit nahe gelegenen Stränden (zum Kitesurfen geeignet), der hübschen Altstadt, einem umfangreichen Nachtleben und allen notwendigen Backpacker-Annehmlichkeiten bietet sich die Stadt für einen längeren Aufenthalt an.
– Zum Beispiel während man nach einer Yacht zur Überfahrt auf die San Blas Inseln und weiter nach Panama sucht. Neben den teuren kommerziellen Anbietern solcher Überfahrten (400€+) halten hier auch private Yachtbesitzer die nach 1-2 Mitseglern suchen und nur eine kleinere Kostenbeteiligung erwarten.

Street-Art in Getsemani

Stahl-Skulptur von Schachspielern

Metall-Skulptur von Schachspielern auf dem Plaza San Pedro Claver.

Besonders in Getsemani bietet die Stadt noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Wandmalereien und Graffiti. Das Viertel ist auf den Ruinen des riesigen alten Sklavengefängnisses gebaut, und überall im Viertel verzieren Wandmalereien die Gebäude. Vor allem die Überreste der alten Außenmauern des Viertels/Gefängnisses sind beliebte Malfläche für international renommierte Künstler.

Tipp: Christoph organisiert täglich (außer Dienstag) eine zweistündige Street-Art-Tour an, bei der man die Hintergründe zu den einzelnen Wandmalereien erfährt. Treffpunkt ist um zehn Uhr auf dem Plaza de Trinidad. Mehr Infos gibt es hier.
Wasser, Kopfbedeckung und Sonnencreme nicht vergessen!

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Inzwischen bin ich weiter gereist nach Santa Marta, sitze auf Bergen von Fotos und genieße die Ruhe in meinem Hostel um die Bilderflut aus Cartagena abzuarbeiten.

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