Von der heißen Karibikküste führt uns unser Weg langsam in Richtung Panama City. Die Strecke ist quasi vorgegeben: durchs Landesinnere führt nur eine kleine Straße. Doch bevor es an die – ebenso heiße – Pazifikküste geht: ein ausgiebiger Stopp im kühlen Hochland: Das Lost and Found Hostel.

Selten sind Hostel, die in Reiseführern (Ich reise mit dem Rough Guide Zentralamerika) mit einer eigenen Infobox beworben werden. Und für gewöhnlich bin ich bei so explizit genannten Unterkünften vorsichtig, aus Angst dort einen Überfluss der typischen Lonely Planet Backpackern zu finden. In diesem Fall war die Ausnahme jedoch legitim, denn 1) wurde mir bereits in Nicaragua von dem Feeling und der optimalen Lage „mitten“ im Regenwald berichtet und 2) war es die einzige Unterkunft, die nicht entweder an der Karibik- oder der Pazifikküste liegt.
Soviel vorweg: die Entscheidung war richtig und das Hostel hat tatsächlich etwas besonderes.

Frau zwischen den erhöhten Wurzeln eines Regenwald-Baums

Hohe Bäume prägen den Regenwald

In den offenen Gemeinschaftsbereichen tummeln sich die Backpacker und genießen bei Frühstück/Kaffee/Abendessen von der Terrasse aus den unverstellten Blick auf die Pazifikküste 1300m tiefer, getoppt durch den Vulkan Barú hinter dem abends die Sonne untergeht und lediglich zu stören durch eine Horde Weißschulterkapuzineraffen, welche auch am Obst-Frühstück teilhaben wollen.
Um das Hostel herum liegt direkt der nahezu unberührte Regenwald, erschlossen lediglich durch ein Netzwerk von Wanderpfaden welche zu einem „wilden“ Erleben der Berge, des Waldes und der versteckten Highlights einlädt.

Fluss im Regenwald

Fluss im bergigen bewaldeten Hinterland des Hostels

Lage und Atmosphäre stimmen also schon mal, lediglich der Komfort wird höchstens Backpacking-Standarts gerecht. Aber ein solches leben „im Wald“ kostet in luxuriöseren Lodges ja auch gleich das fünf- bis zehnfache.

Anton mit Pferd.

Beim Reiten im Hochland (Foto: Lena Westhof)

Fest in meine Panama-Zeit mit Lena eingeplant war das Reiten. In der bewirtschafteten Bergregion unterhalb des Hostels sind wir endlich dazu gekommen: Zentralamerikanische-Cowboy-Spazieren-Reiten auf windigen Bergkämmen: Schön war es! Einzige enttäuschende Erkenntnis: die Pferde hier sprechen kein Englisch – die Feinheiten des hiesigen Reitstils hinterließen uns etwas ratlos. Heil & gut angekommen sind wir dennoch.

Vom Hochland erfrischt geht es nun runter zur Pazifikküste.

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